Inhalationstherapie bei Atemwegserkrankungen

Die Inhalation ist eine sehr wir-kungsvolle Methode zur Behandlung von verschiedenen Atemwegserkrankungen wie z. B. des akuten Atemwegsinfektes, der chronischen Bronchitis und des Asthma bronchiale. Bereits die Anwendung von Kamilledampfbädern oder die Inhalation mit ätherischen Ölen schaffen Er-leichterung bei Erkältungskrankheiten. Die Befeuchtung der Schleimhaut mit einem feinen Nebel bewirkt eine Schleimlösung in den Atemwegen und fördert so das Abhusten von Sekret. Durch die Inhalation von ärztlich verordneten Arzneimitteln kann zusätzlich noch eine Erweiterung der Atemwege und eine Entzündungshemmung erreicht werden, was vor allem bei chronischer Bronchitis und Asthma bronchiale erwünscht ist.

Warum inhalieren, wenn man auch ganz einfach eine Tablette schlucken könnte? Der Vorteil der Inhalationstherapie ist, dass das Medikament direkt in die Atemwege gelangt, um seine Wirkung dort zu entfalten, und nicht den ganzen Körper „über-schwemmt“. Dadurch kann die Dosis des Arzneimittels gering gehalten werden. Außerdem sind die Nebenwirkungen auf ein Minimum reduziert und der Wirkstoff wird geschont, da er nicht den Weg durch den Verdauungstrakt und die Leber nehmen muss.

Wie gelangt der Wirkstoff in die Atemwege? Bei der für Kamille-dampfbäder und der Inhalation von ätherischen Ölen üblichen „Topf-Handtuch-Methode“ werden relativ große Flüssigkeits-tröpfchen erzeugt. Diese gelangen nur in die oberen Atemwege, was hier auch erwünscht ist. Bei chronischer Bronchitis und Asthma sollen die Wirkstoffe jedoch in die tieferen Atemwege vordringen. Das wird durch feinste Tröpfchen erreicht, die durch elektrische Inhalationsgeräte oder Dosieraerosole erzeugt werden. Bei letzteren wird der Wirkstoff mit Hilfe von Treibgas freigesetzt. Es gibt auch Pulverinhalatoren, bei denen das Arzneimittel als sehr feines Pulver vorliegt. Damit der Arzneistoff wirklich da ankommt wo er wirken soll, ist eine Teilchengröße von 5 µm (tausendstel Millimeter!) oder kleiner erforderlich. Ganz entscheidend sind auch die richtige Handhabung der Geräte und die korrekte Inhalationstechnik! Zunächst wird entspannt tief ausgeatmet und dann das Mundstück des Gerätes fest mit den Lippen umschlossen. Durch ruhiges tiefes Einatmen inhaliert der Patient das Medikament. Nun den Atem 5-10 Sekunden anhalten und anschließend langsam über die Nase oder mit leicht geöffneten Lippen ausatmen. So bleibt der Arzneistoff in den Bronchien und wird nicht wieder ausgeatmet. Die richtige Handhabung von Dosieraerosolen, Pulverinhalatoren und elektrischen Inhaliergeräten erklärt Ihnen gerne Ihr Apothekenteam, damit Sie optimal von der Wirkung Ihres Medikamentes profitieren.

Anja Hillen
Apotheke im Medeum, Stade

(publiziert im Stader Tageblatt)