Publizierte Artikel im Stader Tageblatt
Nur ein kleiner Pieks!
Impfungen schützen vor schweren Erkrankungen
Was geschieht bei einer Impfung? Bei der so genannten aktiven Immunisierung werden dem Körper abgeschwächte oder abgetötete Erreger beziehungsweise Erregerbestandteile verabreicht. Wie bei einer richtigen Infektion reagiert das ausgeklügelte Abwehrsystem des Körpers mit der Bildung von Antikörpern, um die Eindringlinge unschädlich zu machen. Einige dieser Antikörper bleiben auch später noch im Blut. Außerdem wird ein körpereigenes erregerspezifisches „Abwehrgedächtnis“ gebildet, durch das der Körper bei erneutem Kontakt mit dem Erreger sofort reagieren und sehr schnell die passenden Antikörper produzieren kann. Dadurch wird dann eine Infektion verhindert. Für einen vollständigen Impfschutz ist eine Grundimmunisierung nötig, bei der abhängig vom Impfstoff eine bestimmte Anzahl von Teilimpfungen in bestimmten Zeitabständen durchgeführt wird. Bei einigen Erkrankungen reicht sogar eine Impfung.
Ist die Grundimmunisierung abgeschlossen, ist der Körper mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte vor dieser Erkrankung geschützt. Bei Ablauf dieser Schutzzeit, die z. B. bei Diphtherie, Wundstarrkrampf und Kinderlähmung 10 Jahre beträgt, wird eine Auffrischimpfung verabreicht. Es kommt dann zu einer sehr starken und schnellen Antikörperproduktion durch das „Abwehrgedächtnis“, das sich bei der Grundimmunisierung entwickelt hat, und der Körper ist wieder für Jahre gegen die Infektion gewappnet.
Bei der passiven Immunisierung werden dem Patienten aus men-schlichem oder tierischem Blut gewonnene Antikörper gegen den jeweiligen Erreger gespritzt. Dieses erfolgt dann, wenn eine aktive Impfung aus Zeitmangel vor einer Reise nicht mehr möglich ist (z. B. Hepatitis A) oder eine Infektion befürchtet wird (z. B. Tetanus bei Verletzungen). Die verabreichten Antikörper sind sofort wirksam und vernichten den Erreger in kürzester Zeit. Da sie vom Menschen wieder abgebaut und nicht nach-produziert werden, hält dieser Schutz nur maximal 3 Monate an.
Ihren Impfschutz können Sie anhand Ihres Impfausweises in der Arztpraxis oder Ihrer Apotheke überprüfen lassen. Hier erhalten Sie auch wichtige Tipps, welche Impfungen für eine Reise sinnvoll sind.
Anja Hillen
Apotheke im Medeum, Stade
Inhalationstherapie bei Atemwegserkrankungen
Warum inhalieren, wenn man auch ganz einfach eine Tablette
schlucken könnte? Der Vorteil der Inhalationstherapie ist, dass das
Medikament direkt in die Atemwege gelangt, um seine Wirkung dort zu
entfalten, und nicht den ganzen Körper „über-schwemmt“. Dadurch
kann die Dosis des Arzneimittels gering gehalten werden. Außerdem
sind die Nebenwirkungen auf ein Minimum reduziert und der Wirkstoff
wird geschont, da er nicht den Weg durch den Verdauungstrakt und
die Leber nehmen muss.
Wie gelangt der Wirkstoff in die Atemwege? Bei der für
Kamille-dampfbäder und der Inhalation von ätherischen Ölen üblichen
„Topf-Handtuch-Methode“ werden relativ große Flüssigkeits-tröpfchen
erzeugt. Diese gelangen nur in die oberen Atemwege, was hier auch
erwünscht ist. Bei chronischer Bronchitis und Asthma sollen die
Wirkstoffe jedoch in die tieferen Atemwege vordringen. Das wird
durch feinste Tröpfchen erreicht, die durch elektrische
Inhalationsgeräte oder Dosieraerosole erzeugt werden. Bei letzteren
wird der Wirkstoff mit Hilfe von Treibgas freigesetzt. Es gibt auch
Pulverinhalatoren, bei denen das Arzneimittel als sehr feines
Pulver vorliegt. Damit der Arzneistoff wirklich da ankommt wo er
wirken soll, ist eine Teilchengröße von 5 µm (tausendstel
Millimeter!) oder kleiner erforderlich. Ganz entscheidend sind auch
die richtige Handhabung der Geräte und die korrekte
Inhalationstechnik! Zunächst wird entspannt tief ausgeatmet und
dann das Mundstück des Gerätes fest mit den Lippen umschlossen.
Durch ruhiges tiefes Einatmen inhaliert der Patient das Medikament.
Nun den Atem 5-10 Sekunden anhalten und anschließend langsam über
die Nase oder mit leicht geöffneten Lippen ausatmen. So bleibt der
Arzneistoff in den Bronchien und wird nicht wieder ausgeatmet. Die
richtige Handhabung von Dosieraerosolen, Pulverinhalatoren und
elektrischen Inhaliergeräten erklärt Ihnen gerne Ihr Apothekenteam,
damit Sie optimal von der Wirkung Ihres Medikamentes profitieren.
Anja Hillen
Apotheke im Medeum, Stade
